Sonderausstellungen 2026 - 2030

Sonderausstellungen 2026 - 2030

Seit 2002 vergibt die Marta Hoepffner Gesellschaft für Fotografie e.V. alle drei Jahre den „Marta Hoepffner Preis für Fotografie“ für zeitgenössische Schwarz-Weiß-Fotografie. Das Thema für den 9. Preis lautet: „Hinter dem Spiegel“. In diesem Jahr ist der Preis zum ersten Mal zweimal vergeben worden: an Daniela Duckwitz und Zexuan Zeng.

Die Eigenschaft des Spiegels scheint darin zu bestehen, ein Bild zu reflektieren und zugleich das Dahinterliegende zu verbergen. Doch was passiert,
wenn wir die Oberfläche durchbrechen? Oft liegen tiefere Wirklichkeiten und verdrängte Bilder im Verborgenen. Die Fotografie – insbesondere die Schwarzweißfotografie – besitzt die Kraft, genau diese unsichtbaren Schichten an die Oberfläche zu holen. Sie wird selbst zu einer Spiegelung
der Welt, die das Sichtbare mit dem Unsichtbaren verbindet. Die Einsendungen zum 9. Marta Hoepffner- Preis zeichnen sich durch eine beeindruckende Vielfalt individueller und zugleich gesellschaftlicher Themen aus. Sie befassen sich u. a. mit Fluchterfahrung, Krieg und Migrationsgeschichte. Neben persönlichen Erinnerungen und Aspekten der eigenen Familiengeschichte spielt aber auch die Auseinandersetzung mit Natur, Mystik und Spiritualität eine Rolle.

Die Preisträgerin Daniela Duckwitz untersucht das Wesen von Erinnerung. Sie interessiert, wie Vergangenheit in der Gegenwart sichtbar wird. Ihre Serie „frur“ thematisiert das Einfrieren von Erinnerungen im Bild. Auch der Preisträger Zexuan Zeng setzt sich mit der Vergangenheit auseinander. Er versteht die Fotografie bzw. die Kamera nicht als Werkzeug zur Abbildung von Wirklichkeit, sondern verweist auf die Konstruktion von Realität. Erinnerung und Identität, Verlust und Traumata sind zentrale Themen der in der Ausstellung präsentierten fotografischen Arbeiten.

In der Ausstellung werden die Arbeiten der beiden Preistragenden Daniela Duckwitz und Zexuan Zeng zusammen mit Fotografien von Jule Ehlenz, Alime Ertürk, Jette Held, Cenney Höhn, Reyhan Kolosoglu, Alexander Meyer und Anika Spereiter präsentiert.

Fotografien von Marta Hoepffner 

Im Rahmen der Ausstellung werden auch Werke der Namensgeberin gezeigt. Im räumlichen Gegenüber treten ihre Arbeiten in einen Dialog mit zeitgenössischen Positionen in der Schwarzweißfotografie.

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) – Friedensvertrag mit der Natur (22.02. – 07.06.2026, verlängert bis 28.06.2026)

„Wir müssen einen Friedensvertrag mit der Natur anstreben, der einzig schöpferischen übergeordneten Macht, von der der Mensch abhängig ist.“, diese Zeilen stellt Hundertwasser seinem 1983 verfassten „Friedensvertrag mit der Natur“ voran. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) hat sich bereits sehr früh mit ökologischen Themen beschäftigt und sich vehement für den Umweltschutz eingesetzt, ob schriftlich in Form zahlreicher Manifeste oder praktisch handelnd. Er hat Bäume gepflanzt, mit seiner „Nacktrede“ gegen die sterile Architektur die Öffentlichkeit schockiert und aus Protest gegen den Bau eines Kraftwerks in der Hainburger Au medienwirksam den ihm verliehenen Großen Österreichischen Staatspreis zerrissen.

Im Fokus der Ausstellung stehen Hundertwassers ökologische Ideen, mit denen er eine Vorreiterrolle in der Umweltbewegung einnimmt. Zu sehen sind Plakate für den Umweltschutz und Architekturmodelle, die seine Vorstellungen von einem menschen- und naturgerechten Bauen veranschaulichen. Die Ausstellung gibt mit rund 100 Exponaten einen Einblick in das vielfältige Werk Hundertwassers. Präsentiert werden Grafiken und Fotografien, darüber hinaus wird der mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentarfilm „Hundertwassers Regentag“ von Peter Schamoni gezeigt.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg statt.